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Description
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Baudelaire, Charles: Les fleurs du mal. Paris: Poulet-Malassis et de Broise 1857. 18,5 x 11,8 cm. 2 Bll., 248 SS., 2 Bll. Rotes Maroquin um 1880 auf 5 Bunden mit Rt.; Vorderdeckel mit ligiertem Besitzermonogramm "MH" in der rechten oberen Ecke; breite Innenkantenbordure; signiert "Chambolle-Duru" (Rene Victor Chambolle & Hippolyte Duru).(Bunde, Kanten und Gelenke etwas berieben; innen nur geringe Altersspuren). Carteret I, 118 ff. - Erster Druck der ersten Ausgabe mit den am 20. August 1857 unterdruckten Gedichten. Gleich nach Erscheinen loste eine im 'Figaro' veroffentlichte Rezension eine offentliche Polemik gegen Baudelaire und seinen Verleger aus. Ein Prozess vor der sechsten Strafkammer, wo auch schon Anfang desselben Jahres Flauberts Madame Bovary indiziert worden war, verurteilte die beiden zu einer Geldstrafe und zur Entfernung von 6 Gedichten. Folgende Gedichte mussten herausgeschnitten werden: Les Bijoux (XX); Le Lethe (XXX); A celle qui est trop gaie (XXXIX); Lesbos (LXXX); Femmes damnees (erster Teil LXXXI); Les Metamorphoses du Vampire (LXXXVII).Als Frontispiz vorgebunden eine nicht zur Ausgabe gehorige Radierung von Alfred Briend (?) in Abzug auf dickem Japan, vor der Schrift mit einer Remarque. Die Radierung geht auf eine Zeichnung Baudelaires zuruck Baudelaire par lui-meme sous l'influence du hachisch aus den Jahren 1842-44 (Reproduziert in C. Pichois/J.-P. Avice, Dictionnaire Baudelaire, S.344).Baudelaires Fleurs du mal haben wie kein anderes Werk des 19. Jahrhunderts die Entwicklung der modernen Lyrik bestimmt. Die Entstehungszeit der Gedichte reicht bis zum Beginn der vierziger Jahre zuruck. Einzelne Gedichte wurden schon vorab in Zeitschriften veroffentlicht. Formal halt Baudelaire am gereimten Alexandriner fest und benutzt oft die Sonettform. Diese klassischen Formen fullt er mit neuen uberraschenden Inhalten. Im Mittelpunkt stehen das Dustere und Hassliche, die Gewalt, Angst und Dunkelheit. Damit stellt sich Baudelaire radikal gegen den Lyrikbegriff seiner Zeit. Der Endzeit-Pessimismus und der Zweifel an Fortschritt, Technik und Zivilisation fuhrt bei ihm zu einem ruinosen Endzustand der Welt und zum Untergang der geistigen Wurde des Menschen (vgl. KLL 3559 f.).Vortitel mit eigenhandiger Widmung Baudelaires "a Edmond Texier, /temoignage d'amitie, /Ch. Baudelaire". Daruber hinaus enthalt das Exemplar eigenhandige Korrekturen im Text von Baudelaire: S. 29 in der 11. Zeile von La muse venale ist das "s" in "gueres" gestrichen; Seite 43 in der 11. Zeile von Don Juan aux enfers ist bei "errants" das "s" gestrichen und jeweils ein "s" hinzugefugt bei "le(s( rivage(s)"; Seite 110 in der 26. Zeile von Le chat ist korrigiert "Sort un parfum" statt "Sort au parfum". Diese Korrekturen finden sich auch einem Widmungsexemplar dieses Erstdrucks fur Eugene Delacroix (Collection Pierre Leroy; Versteigerung am 27. Juli 2007 in Paris). Alle handschriftlichen Korrekturen wurden auch in die 2. Ausgabe von 1861 von Baudelaire ubernommen.Edmond Texier (1815 oder 1816-1887), angesehener Journalist und Chefredakteur der L'Illustration hat im April 1857 eine Lobrede auf die von Poulet-Malassis verlegten Bucher veroffentlicht. 1861 nannte er Baudelaire in einer anderen Veroffentlichung einen kuhnen und verwegenen Dichter ("un poete audacieux"). Vgl. Dictionnaire Baudelaire S. 454.Auf den weissen Vorblattern befinden sich Bleistifteintragungen von unbekannter Hand u.a. wird mitgeteilt, dass die Gedichte auf den Seiten 87 bis 103 fur Madame (Aglae-Apollonie) Sabatier bestimmt sind (vgl. Brief Baudelaires an Mme Sabatier vom 18.8. 1857). Weiterhin gibt es 11 Korrekturen beziehungsweise Erganzungen und 2 Unterstreichungen mit Bleistift von unbekannter Hand. Sieben dieser Veranderungen sind in der Form in der Ausgabe von 1861 gedruckt. Fur vier weitere Eintragungen konnte kein gedruckter Beleg gefunden werden:1.) Benediction. Zeile 75 "splendeur entiere" geandert in "splendeur premiere" und Zeile 76 "des miroirs" geandert in "des rayons". 2.) Don Juan aux Enfers. Zeile 13 "Frissonnant" geandert in "Tressaillant"3.) La servante au grand coeur. Zeile 3 "Nous aurions deja du" in "Nous devrions ce soir".4.) Une Martyre. Dessin d'un maitre inconnu. Darunter ist handschriftlich hinzugefugt "(Constantin Guys)".Weitere Vorbesitzer:Aus der Sammlung Texier kam das Buch direkt oder uber weitere Stationen in die Bibliothek von Henri Monod. Er liess das Werk von Chambolle-Duru binden. Auf dem Vorderdeckel befindet sich sein Besitzermonogramm "HM" und im vorderen Innendeckel sein Exlibris "liber/libro". Die Houghton Library an der Harvard University besitzt einige Bande der Sammlung Monod, die mit dem gleichen Besitzermonogramm und Exlibris versehen sind (Houghton Library; Provenance File M: "Henri Monod Bookplate & Monogram"). Im ersten Teil der Versteigerung der Bibliothek H. Monod (8.-10.3.1920) ist unter Katalognummer 353 der Band beschrieben: "Qq. vers corriges semblement l'avoir ete de la main de l'auteur". Erwahnt ist ein eingebundenes Portrat.Unter dem Exlibris von H. Monod ist im Innendeckel das Exlibris von Juan Hernandez montiert. Die Darstellung mit einem lesenden Baren und Barenkindern geht auf eine Zeichnung von F. Boucher zuruck. Eingestempelt ist die Bandnummer "*494". Der Band ist beschrieben in einem Katalog einer Versteigerung, die vom 1.-3. Juni 1927 in Paris stattfand ("Collection J. H." = J. Hernandez ?). Die Bibliothek Juan Hernandez wurde 1931 und 1935 in einer zweiteiligen Auktion mit Nennung des Eigentumers bei Giraud-Badin verkauft (Blogie II, 842).Auf dem weissen Blatt gegenuber dem Vortitel mit der Widmung Baudelaires wurden Bleistfteintragungen radiert. Mit Bleistift geschrieben findet sich jetzt hier die Widmung: "En bon souvenir/ a l'aimable/ Docteur Neumann/ de Psse. Fatemeh/ Novembre 1929." Mit ziemlicher Sicherheit durfte es sich hier um eine Widmung von Fatemeh Pahlavi (Hamdam-os-Saltaneh), Prinzessin aus dem persischen Konigshaus, an Dr. med. Edward C. Neumann, Davos, handeln. Fatemeh Pahlavi (1904-1992) war die alteste Tochter von Reza Schah Pahlavi (1878-1944) und Halbschwester des letzten Schahs von Persien, Mohammed Reza Pahlavi (1919-1980).Eines der wichtigsten Werke der Weltliteratur im Erstdruck mit Widmung des Dichters und prominenten Vorbesitzern.
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