|
Description
|
BIBELN - Biblia germanica - Neunte Deutsche Bibel. Nurnberg, A. Koberger, 17.2.1483. Fol. 1 weiss, 583 rom. num. Bl., 4 Bl. weiss. Mit 109 altkol. Holzschnitten u. 4 grossen farb. u. goldgehohten Initialen. Brauner Ldr.-Bd. d. Z. uber Holzdeckel auf 6 Bunden mit Streicheisenverzierungen, goldgepr. Ruckentitel u. sehr schonen gepragten bzw. ziselierten Messingbeschlagen. (Ldr. Berieben, Rucken mit winziger Lasur in 1 Bund sowie oben leicht eingerissen, Ldr.-Schliessbander fehlen). GW 4303. Hain 3137. Goff B 362. BMC II, 424. Proctor 2028. Pellechet 2375. Stillwell B 566. Eichenberger/Wendland, Deutsche Bibeln vor Luther, Hamburg 1977, S. 91ff. Die sogenannte 'Neunte Deutsche Bibel' zahlt zu den bedeutendsten und beliebtesten deutschen Holzschnittbucher der Inkunabelzeit. "Ihre Holzschnitte waren vier Jahre zuvor schon in Koln in den beiden niederdeutschen Ausgaben um 1478 erschienen. Neuere Untersuchungen lassen vermuten, dass Koberger bei der Finanzierung der Kolner Bibeln direkt oder durch Mittelsmanner mitgewirkt hat. So ware es denkbar, dass er sich fur sein finanzielles Engagement ein Optionsrecht auf die Verwendung der Kolner Holzschnitte einraumen liess oder dass der Verkauf der Holstocke an ihn nach Fertigstellung der Kolner Bibeln abgesprochen war." (Eichenberger/Wendland). Das vorliegende Expl. ist von ganz ungewohnlich schoner Gesamterhaltung und stellt daher ein Rarissimum besonderer Art dar. Die Holzschnitte im originalen Koberger-Kolorit: Purpurrot, Seegrun, Ockergelb, leuchtendes Blau, Zinnober, Hellgelb, Braun, Violett sowie verschiedene Gruntone zumeist in vorzuglichem farbfrischem Zustand, die 4 Initialen und die Genesis sind zusatzlich goldgehoht, der Text in gotischer Schrifttype durchgangig rubriziert. Zusatzlich sind zahlreiche grossere Initialen in mehreren Farben ausgemalt. Das Werk ist am oberen Rand geringfugig beschnitten. Das erste Bl. im Bug eingerissen u. verso randverstarkt, der vordere u. hintere Teil mit einigen Griffspuren u. vereinzelten unbedeutenden Flecken, wenige Bl. schwach gebraunt, Bl. 114 unten eingerissen. Alte Notizen auf vorderem Spiegel.- Provenienz: Aus renommiertem Zurcher Nachlass.
|