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Description
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Biblia germanica. 2 in 1 Bd. Nurnberg: Anton Koberger, Montag nach Invocavit [17. Februar] 1483.37 x 25,5 cm. Mit 109 Holzschnitten. CCCCCLXXXIII num. Bll. (insgesamt 583 von 586 Bll., die 3 leeren Bll. fehlen). Got. Typen, 2 Spalten, 50 Zeilen. Schweinsldr des spaten 16. Jahrhunderts uber Holzdeckeln und 5 Bunden, mit reichen, floralen blindgepr. Borduren und zentralen Vignetten, hs. Rt., kleinem Papiersignatur-Schild sowie 2 breiten Messingschliessen.(Etwas gebrauchsfleckig und berieben, Hinterdeckel mit Schabspur. Vorsatz und Titel mit kurzen Besitzvermerken, die ersten 12 Bll. angefalzt und die ersten 50 Bll. im Innenbund etwas gebraunt und wasserrandig, 3 hinterlegte, kleinere Randeinrisse, 1 Bl. mit Randeinriss bis in den oberen Text hinein, oberer Rand beschnitten. Stellenweise in den Randern leicht finger- bzw. gebrauchsfleckig, einzelne Bll. gebraunt, jedoch uberwiegend sauberes Exemplar).GW 4303. Hain 3137. BSB-Ink B-490. ISTC ib00632000. Hase, Die Koberger 447, 72. Schramm XVII, S. 8. Fairfax Murray 63. Proctor 2028. Eichenberger/Wendland 91 ff. Kat. Schafer I, 52. - Mischexemplar mit Neusatz, z.B. Bl. La, beta, Zeile 37 "sey || ner" und unkorrigierten Lagen, wie etwa dem nach oben verrutschtem "i" der zweiten Zeilentrennung auf Bl. CLXXXVa. - Die vorliegende neunte deutsche Bibel gilt als die typische Bibel der Inkunabelzeit und zahlt gleichzeitig auch zu den schonsten Bibelausgaben der Fruhdruckzeit. Wahrend der Text auf der Bibelausgabe von Zainer, Augsburg 1475/76 fusst, wurden die Holzschnitte zuvor schon beim Druck der 1478 erschienenen Kolner Bibel verwendet. Der Kunstler gilt bis heute als unbekannt. Definitiv sind die Zeichnungen und der Schnitt mit Hinblick auf die Stadt Koln entstanden, wie man aus den in Mundart geschnittenen Schriftbandern und dem bekannten Dariusbild mit dem Kolner Dom ablesen kann. - Koberger war wohl direkt oder durch Mittelsmanner an der Finanzierung dieses Drucks beteiligt, daher wird angenommen, dass nach dessen Vollendung das Optionsrecht auf die Verwendung der Holzstocke oder die Moglichkeit des Kaufs an ihn fiel. Jedoch druckte Koberger die Stocke nicht ganz unverandert ab. Abgesehen davon, dass er die zum Zubehor der fruheren Druckerei gehorigen Randverzierungen wegliess, reduzierte er die Anzahl der Bilder im Neuen Testament von 123 auf 109. Einige der Kolner Holzschnitte mussten in der Breite beschnitten werden - deshalb fehlen an manchen Bildern die ausseren Randlinien. Durch Kobergers gut funktionierende Geschaftsbeziehungen und seine sehr gute finanzielle Situation konnte er bei der deutschen Bibel eine grossere Auflage wagen, Ferdinand Geldner schatzt sie auf 1000 bis 1500 Exemplare. Durch die im Verhaltnis grosse Auflage und die uberragende kunstlerische Ausstattung verbreitete sie sich in ganz Europa. So wirkte sie u.a. auf die Lubecker Bibel von 1494 und die Malermi-Bibel aus Venedig von 1490, wahrend die Illustrationen zur Apokalypse die grosse Holzschnittfolge Durers von 1498 beinflussten. Die Kolner Holzschnitte waren wohl nie so bekannt und so oft nachgeahmt worden, wenn Koberger sie nicht fur diese Ausgabe verwendet hatte.Schones Exemplar mit den Holzschnitten in aussergewohnlich kraftiger Druckqualitat. Die feine Qualitat der Illustrationen tritt durch die Tatsache, dass es sich um ein nicht koloriertes Exemplar handelt, besonders gut zum Vorschein. - Exemplar von Ernst Landgraf von Hessen-Rheinfels-Rothenburg (1623-93), mit handschriftlichem Besitzvermerk auf dem ersten Blatt. 1652 trat er mit seiner Gemahlin im Dom zu Koln zur romisch-katholischen Kirche uber, was eine ausgedehnte Streitkultur hervorrief (vgl. BBKL I, 1539).
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